Über Rechtsextremismus und Social-Media-Verbot

Landtags-Vizepräsident zu Gast im Heriburg-Gymnasium

Von Jule Müller (AZ 19.05.2026)

Coesfeld. Wie gehen Sie mit Rechtsextremismus um? Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag lang Bildungsminister wären? Und was würden Sie Jugendlichen raten, die sich politisch engagieren wollen? Diese und weitere Fragen stellten die Schüler des Heriburg-Gymnasiums in „einem etwas andern Politikunterricht“, wie Schulleiterin Christine Uphues den Besuch von Landtags-Vizepräsident Christof Rasche ankündigte.

„Wir leben in politisch turbulenten Zeiten“, sagte der FDP-Politiker. Krisen, Kriege und wirtschaftliche Probleme stünden aktuell auf der Tagesordnung. „Umso wichtiger ist der direkte Kontakt mit den Menschen”, so Rasche. der regelmäßig an Schulen unterwegs ist, um Fragen zu beantworten und den Jugendlichen Politik etwas näher zu bringen.

Weiche Themen ihm denn momentan besonders wichtig seien, wollte eine Schülerin wissen. Das Wichtigste sei ihm aktuell die wirtschaftliche Entwicklung, so Rasche. Denn ohne wirtschaftliches Wachstum falle auch die Auseinandersetzung mit Themen wie Bildung oder Umweltschutz schwer. Einige Themen seien schwieriger als andere und dennoch muss man sich mit ihnen beschäftigen: ‚Man muss manchmal auch Entscheidungen treffen, bei denen man weiß, dass sie nicht zu 100 Prozent richtig sind”, sagte Rasche, „Welches Gesetz haben Sie denn mal auf den Weg gebracht, das uns konkret betrifft?”, hakte ein Schüler nach. Rasche berichtete von seinem Antrag zum „Führerschein mit 17”, den er vor Jahren eingebracht habe und der wider Erwarten schließlich auch angenommen wurde.

Doch auch zum umstrittenen Thema des Social-Media-Verbots wollten die Schülerinnen und Schüler die Meinung des Politikers hören. „Ich bin gegen ein Verbot“, sagte er ganz klar. „Wie kann man etwas verbieten, was die Menschen haben wollen?“ Damit gaben sich einige Schüler jedoch nicht zufrieden und hakten noch einmal nach. Vor allem mit Blick auf rechtsextreme Inhalte, die über die sozialen Medien schnell verbreitet und für junge Menschen sichtbar sind. „Würde man das nicht mit einem Verbot verhindern?” oder „Wer hat da die Verantwortung?” lauteten die Fragen.

„Im den sozialen Medien gibt es Themen, die dort nichts zu suchen haben“, sagte Rasche. Dennoch müsse man sich inhaltlich auch mit den Themen der AfD auseinandersetzen. „Ich würde das nicht verbieten, sondern die Vorteile der sozialen Medien selbst nutzen und dort besser werden.“ Als Idee, junge Menschen zu sensibilisieren, nannte er, ältere Jugendliche könnten jüngere Jugendliche ins Gespräch kommen und Bewusstsein schaffen. „Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe.”

Immer wieder betonte der Politiker, wie wichtig es ist, dass sich auch junge Menschen für Politik interessieren. „Ihr seid unsere Hoffnung“, sagte er. Er wolle Interesse wecken für Demokratie, Teilhabe und Politik. „Wir Politiker sind auch nur ganz normale Menschen, mit denen man reden kann.”

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20. Mai 2026
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