Klimaschutz verbindet: Ungarische Gäste zu Besuch am Heriburg-Gymnasium

Coesfeld, Juni 2026 – Eine Woche lang herrschte am Heriburg-Gymnasium wieder mal internationales Flair: Eine Delegation des Andrássy Gyula Gimnázium és Kollégium aus Békéscsaba, Ungarn – 12 Schülerinnen und Schüler sowie fünf Lehrerinnen – widmete sich einem der drängendsten Themen unserer Zeit: Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Ankommen und Kennenlernen

Empfangen wurden die Gäste am Montagabend von Schulleiterin Frau Uphues, eine lange Anreise lag hinter ihnen. Am Dienstag stellten die ungarischen Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 10 ihre Heimatschule – das Andrássy Gyula Gimnázium – und ihre Heimatstadt Békéscsaba vor – auf Englisch und Deutsch – und lernten dabei den Schulalltag am Heriburg kennen. Den Nachmittag verbrachten sie in Münster, wo Sehenswürdigkeiten wie der Prinzipalmarkt, die Lamberti-Kirche und der Paulus-Dom auf dem Programm standen. Der Besuch der Ungarn knüpft dabei an eine längere Schultradition an: Nachhaltigkeit steht in vielen Fächern als Thema fest im Lehrplan und Frau Uphues erinnerte an das Erasmus+-Projekt „CIRO“, das sich mit der Speicherung grüner Energie mithilfe von Wasserstoff befasst hatte.

Höhepunkt: Der Bioenergiepark Saerbeck

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen erneuerbarer Energien. Gemeinsam mit deutschen Schülerinnen und Schülern des Kurses „UNI – Umwelt, Nachhaltigkeit, Informatik“ besuchte die ungarische Gruppe den Bioenergiepark Saerbeck. Das Projekt, das die Gemeinde zu einer der ersten „Klimaschutzkommunen“ Deutschlands gemacht hat, zeigt eindrucksvoll, wie eine Energieversorgung vollständig aus erneuerbaren Quellen gelingen kann: Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Energiespeicherung greifen hier auf engem Raum ineinander. Der Besuch weckte bei den ungarischen Gästen besonderes Interesse –Fragen zu Technologien und Rahmenbedingungen wurden gestellt. Auf dem Weg saßen bewusst ungarische und deutsche Schülerinnen und Schüler nebeneinander, um ins Gespräch über Nachhaltigkeit zu kommen.

Chemie für das Klima

Im Chemieraum führten die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag dann Experimente zur Klimakrise durch. Sie verbrannten Kohle, Holz, Ethanol und Benzin, wiesen Kohlenstoffdioxid als Verbrennungsprodukt nach und stellten Reaktionsgleichungen auf. Ein besonderes Highlight war die Wasserelektrolyse: Wasser wurde in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten – und der Wasserstoff anschließend in einem Miniatur-Brennstoffzellenauto in Bewegungsenergie umgewandelt. Ergänzt wurde das naturwissenschaftliche Programm durch einen Besuch im Coesfelder Rathaus, wo das städtische Klimaschutzmanagement von Frau Fritz vorgestellt wurde.

Lehrerinnen im Austausch

Auch die ungarischen Lehrerinnen nutzten die Woche intensiv: Im Rahmen eines Job-Shadowing-Programms hospitierten sie in zahlreichen Unterrichtsstunden – vom Deutschunterricht über bilingualen Geographieunterricht bis hin zu Biologie und Chemie.

Ein Besuch mit Wirkung

„Klimaschutz ist ein globales Thema, das uns alle betrifft“, so Schulleiterin Frau Uphues. „Wenn Schülerinnen und Schüler aus Ungarn und Deutschland gemeinsam experimentieren, eine Bioenergieanlage besichtigen und über die Zukunft unseres Planeten diskutieren, dann entsteht etwas, das kein Lehrbuch schaffen kann.“ Die Hoffnung aller Beteiligten: dass dieser Besuch nicht der letzte war.

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15. Juni 2026
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