Erasmus+-Austausch Nocera Umbra – Coesfeld
Vom 21. bis 28. September 2026 waren Schülerinnen und Schüler des Istituto Omnicomprensivo Nocera Umbra zu Gast am Heriburg-Gymnasium in Coesfeld. Der Besuch bildete den Rückbesuch zum bereits im Frühjahr erfolgten Aufenthalt der deutschen Gruppe in Italien und fand im Rahmen des Erasmus+-Programms statt. Im Mittelpunkt der Mobilität stand das Thema „Wasser als Ressource, Wirtschaftsfaktor und Herausforderung nachhaltiger Entwicklung“.
Während der Projektwoche beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Fragen der Wasserversorgung und Klimaanpassung in Italien, Deutschland und den Niederlanden. Nach ihrer Ankunft am Flughafen Weeze wurden die Gäste in Coesfeld begrüßt und nahmen vom ersten Tag an am Unterricht teil. In den folgenden Tagen erhielten sie Einblicke in das deutsche Schulsystem und erkundeten die Stadt Coesfeld. Eine Stadtführung entlang der Berkel machte deutlich, welche Bedeutung Gewässer für die Entwicklung von Städten besitzen.
Während einer Exkursion nach Münster wurden sowohl die Stadt als auch das Wasserwerk der Stadtwerke Münster besucht. Alle Teilnehmenden gingen interaktiv der Frage der nachhaltigen Wassernutzung nach und lobten den gelungenen Einblick in die Trinkwassergewinnung. Ein weiterer Projekttag führte die Gruppe ins niederländische Enschede. Beispielhaft konnten die Schülerinnen und Schüler dort Stadtentwicklungsstrategien mit dem zentralen Element Wasser kennenlernen, indem sie das nach einer Explosion (2000) neu aufgebaute Viertel Roombeek besuchten. Sie entdeckten eine Parallele: auch die Stadt Nocera Umbra musste nach einem Erdbeben (1997) ihre Altstadt neu aufbauen.
Neben den fachlichen Inhalten waren vor allem die interkulturellen Erfahrungen prägend. In den Gastfamilien lernten sie die Lebensweise der europäischen Partner noch besser kennen. Dabei wurden auch Unterschiede im Alltag deutlich, so z. B. das Verständnis von Zeit und Pünktlichkeit. Gleichzeitig zeigte sich, wie schnell gegenseitiges Verständnis entsteht, wenn man den Alltag miteinander teilt.
Viele italienische Gäste stellten fest, dass „italienisches Essen“ in Deutschland oft anders schmeckt als in ihrer Heimat. Nicht jedes als italienisch bezeichnete Gericht konnte sie überzeugen. Diese kleinen kulturellen Unterschiede boten Gesprächsanlässe und sorgten für manche humorvolle Situation.
Den Abschluss der Mobilität für die Lehrer:innen bildete die gemeinsame Reflexion der Austauschwoche. Dabei entstand ein Podcast über die Erasmus+-Erfahrungen der Teilnehmenden, welcher in Kürze auf Spotify verfügbar sein wird: Erasmus-Podcast.
Barbara Nowak
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